Zum wiederholten Male hatte der Rentnertreff der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) seine Mitglieder und Interessierte nach Ahmsen eingeladen. Das früher unter dem Namen „Maristenkloster Ahmsen“ bekannte Haus wird heute vom Bistum Osnabrück getragen und von Johanna Merkt geleitet, die der „Gemeinschaft Christlichen Lebens“ (GCL) angehört.

 

Das Thema der über vier Tage angesetzten Bildungsfreizeit lautete: „Armut in Deutschland “. Als Referenten waren mit dem Diözesansekretär der KAB Osnabrück, Andreas Luttmer-Bensmann und Dieter Zapf von der Schuldner- und Insolvenzberatung beim Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) in Lingen zwei Experten gefunden worden, die die Thematik Armut täglich hautnah erleben.

 

Dieter Zapf stellte den 26 Teilnehmern zu Beginn seiner Ausführungen die Frage: Wann leben Menschen in Armut? Anschaulich erläuterte er die verschiedenen Begriffe der Armut, wie absolute, relative, offene, verdeckte und unsichtbare Armut. Neben unglaublichem Wohlstand gebe es auch erschreckende Not. Die Gesellschaft sei von unterschiedlichen Polen und Gegensätzen geprägt. Besonders umfangreich wurden die Risikofaktoren, wie Arbeitslosigkeit, geringes Einkommen, Überschuldung, Trennung/Scheidung, Krankheit/Erwerbsminderung, Sucht, Kinderreichtum oder geringes Bildungsniveau, die zur Armut führen können, herausgestellt. Die Gruppe versuchte anhand von Fallbeispielen, ’Wege aus der Armut’ zu finden. Dazu wurden folgende Möglichkeiten genannt: Solidarität mit Benachteiligten; Arme integrieren, respektieren und motivieren; Bildungschancen verbessern; Arbeitsmöglichkeiten für Benachteiligte schaffen und subventionieren; Mindestlohn; direkte Förderung von Kindern.

 

Andreas Luttmer-Bensmann hatte, passend zum Thema, das von der KAB entwickelte Spiel „Das Leben kann HART(Z) sein?!“ mitgebracht, das ähnlich wie „Monopoly“ gespielt wird und einen treffenden Zugang zur Armut bietet. In sechs Rollen – unter anderem eine alleinerziehende, berufliche Mutter, ein Hartz-IV-Empfänger mit zwei Kindern, ein gut situiertes kinderloses Ehepaar oder eine Rentnerin – sollten die Teilnehmer versuchen, mit den vorgegebenen realistischen Einkommen und den wiederkehrenden Ausgaben und den sporadischen Unkosten einen Monat zu bestreiten. Hier wurde schnell klar, dass man in einigen Rollen mit dem hierfür verfügbaren Geld das Monatsende nur mit etlichen Entbehrungen erreichen kann.

 

Das Fazit des Seminars war die Überlegung: „Kann man konkret etwas gegen die Armut tun oder ist sie ein Grundübel unserer Welt, das wir nie vollständig beseitigen können? Was sagt unser christlicher Glaube zur Armut und was hat Armut mit Gerechtigkeit zu tun?“ Als Vorschläge wurden genannt, sich bei ausgewählten brennenden Themen mit Unterschriftenlisten an Politiker zu wenden, die Zeitschrift „Abseits“ zu verkaufen oder das Thema Armut zur anstehenden Kommunalwahl einzubringen. Eine Möglichkeit wurde auch darin gesehen, sich als Pate für einen Hartz-IV-Empfänger, für Schutzbedürftige oder einen Arbeitssuchenden zur Verfügung zu stellen und konkrete Hilfsstellungen anzubieten.

 

Helmut Runde, vom Rentnertreff der KAB Hagen, der das Seminar vorbereitet hatte, bedankte sich bei den Referenten mit einem kleinen Präsent. Die Freizeit kam während des Aufenthaltes ebenfalls nicht zu kurz. Ein Bosselspiel auf der Straße zur drei Kilometer entfernten Waldbühne Ahmsen machte den Teilnehmern bei herrlichem Sonnenschein sichtlich Spaß. Außerdem war noch Gelegenheit, in Werlte den mit viel Eigeninitiative angelegten Bibelgarten zu bestaunen.

 

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KAB Diözesansekretär Andreas Luttmer-Bensmann... ...bereitet das Spiel...
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..."Das Leben kann HART(Z) sein?!" vor... ...und erläutert es.
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Das Spiel beginnt, jeweils 2 Personen übernehmen eine Rolle... ..z.B. Rentnerehepaar, Hartz-IV Empfänger...
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... eine Alleinerziehende Mutter Auswertung nach Spielende
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Frage: Wie habe ich meine "Rolle" erlebt? Welche Anstöße können wir als Einzelner oder als KAB-Gruppe geben?
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Ein herzliches Dankeschön von Helmut Runde an Andreas L.-B. Im Speiseraum: Gebet vor dem Essen
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Die fleißigen Helfer in der Küche haben gut gekocht... ...und es schmeckt allen vortrefflich
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Vorkehrungen und Start zum Bosseln... ...auf der Straße zur Waldbühne
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Hinweisschilder auf Veranstaltungen  der Freilichtbühne Kräftiger Schwung bringt viele Meter, weiß Christa mit ihrer einschlägigen Erfahrung
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Schwarz-weiß "gekleidete" Zuschauer an der Bosselstrecke Stärkung unterwegs...
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...und strategische Überlegungen... ...für den Rest der Strecke...
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...gewonnen haben alle !! Die Grillmeister Heinz und Mathias verstehen ihr Handwerk vorzüglich !!
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Der Bibelgarten in Werlte-eine Schau! Alle 26 Teilnehmer im Mittelpunkt des Gartens
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Maria Strickerschmidt... ...die Initiatorin...
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...des "Garten Eden"... ...vermittelt uns mit Leidenschaft...
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...ihr umfangreiches Bibelwissen Selbstgeerntete Flaschenkürbisse (Kalebasse)
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Dieter Zapf vom SKM Lingen bei seinem Vortrag aus der Praxis der Schuldnerberatung Das Buffet ist eröffnet...
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...wir wurden alle... ...vortrefflich versorgt!!!
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Resümee am Abreisetag: Wir müssen mitmischen, z.B. bei den Themen "Solidarität mit Schutzbedürftigen", "Bildungschancen verbessern",... ..."Arbeitsmöglichkeiten für Benachteiligte", "Direkte Förderung von Kindern", "Mindestlohn"