Zum Youtube-Video: KAB Wortgottesdienst zum Tag der Arbeit am 1.Mai in Lingen

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Zum Leben zu wenig,heißt auch Armut im Alter!

Corona hat es gezeigt. Es gibt Berufe, ohne die geht es in der Welt nicht. Wir wurden aufgefordert, abends auf dem Balkon für die Verkäufer/innen und Pflegekräfte zu applaudieren, weil sie so einen tollen Job machen.

Ja, dass machen Sie, ganz unbestritten und Anerkennung tut gut, aber satt wird davon niemand. Der Job in der Pflege ist kein Job, sondern eine Berufung. Es fehlt an allen Ecken und Enden Personal? Ja geregelte Arbeitszeiten und gerechte Bezahlung könnten da Abhilfe schaffen.

Aber auch die Verkäufer/innen, die in den letzten Monaten unermüdlich an den Kassen gesessen oder Regale nachgefüllt haben standen unter Dauerstress. Klar, sie bekamen Plexiglasboxen um geschützt zu werden. Aber Zeit, um sich um die eigene Gesundheit oder die der Familie zu sorgen, hatten sie nicht. Und dass alles bei schlechter Bezahlung.

Da kann man noch viele weitere Jobs aufführen, vielleicht überlegt ihr mal, wer von euren Bekannten mit sehr wenig auskommen muss, obwohl sie oder er Vollzeit arbeiten. 

Sicher ist, die Unternehmer werden gegen einen höheren Mindestlohn protestierten, aber wenn wir alle morgens in den Spiegel schauen wollen, müssen wir uns überlegen, wie weh es uns tun würde, für ein Essen im Restaurant beispielsweise 50 Cent mehr zu zahlen, wenn dafür die Servicekraft vom Lohn und der späteren Rente leben könnte. Und wenn Unternehmer nur mit prekär Angestellten überleben können, läuft in unserer Arbeitswelt doch etwas total schief.

Nach dem Willen der Mindestlohnkommision soll der Mindestlohn bis 2022 auf 13,49 € brutto angehoben werden.

Die Mindestlohnerhöhung um 15 Cent zum 1. Januar 2021 und die stufenweise Anhebung auf 10,45 Euro erst ab Juli 2022 hält Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Armutsfalle gefangen. Mit 10,45 Euro bleibt nach einem langen Arbeitsleben in Vollzeit nur eine Rente von 699 Euro, d.h. weit unter der Grundsicherung. Damit führt der Weg zu einer weiteren Ausweitung des Niedriglohnsektors und zur Zementierung der sozialen Spaltung in Deutschland.

Die KAB Deutschland hat eine Online-Petition auf www.kab.de gestartet. Ziel ist es , bis zum 7. Oktober 50.000 Unterschriften für einen gerechten Mindestlohn zu sammeln, die dann an Arbeitsminister Hubertus Heil geleitet werden, damit er Stellung nehmen kann.

Wir bitten euch ganz herzlich um Unterstützung.