46 Personen waren beim Besuch der Heiligen Messe und dem gemeinsamen Frühstück im Pfarrheim dabei. Die Mitglieder des Seniorenausschusses hatten sich in altvertrauter Weise bemüht, um ausreichend Kaffee, Tee und Brote anzubieten und die Tischdekoration frühlingshaft zu gestalten.

Im Anschluss daran sprach Schwester Hildeburg, die in Bakum im Kreis Vechta aufgewachsen ist und jetzt seit zweieinhalb Jahren im St- Anna-Stift in Hagen tätig ist, über ihren 45 Jahre dauernden Missionseinsatz in Brasilien.

Der Entschluss, den Armen und Aussätzigen zu helfen und ein gewisses Wagnis waren ausschlaggebend, als Schwester Hildeburg Averbeck im Mai 1972 nach Brasilien ging, um in der Mission zu arbeiten. Elf Jahre zuvor war sie in den Orden der Thuiner Franziskanerinnen eingetreten und war als Lehrerin tätig.

Schon bei ihrer ersten Reise in das Amazonasgebiet, in dem die Dörfer nur per Boot zu erreichen sind, hatte die damals 30-jährige große Schwierigkeiten zu bewältigen. Zusammen mit einem Pater, den sie begleitete, trafen sie in einer Hütte einen Mann, der vom Aussatz gekennzeichnet war. Dieser Mann, „ohne Füße, ohne Finger, das Gesicht zerfressen“, formte mit den Handstumpen Zigaretten, die er verkaufte, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Schwester Hildeburg war auf die Realität und den Geruch in der Hütte nicht vorbereitet, sie musste den Raum verlassen und sich übergeben. „Bei dieser Begegnung geriet mein ganzer Idealismus ins Schwanken“, sagte sie in der heutigen Rückschau.

Später jedoch lernte sie, sich verstärkt um die Kranken zu kümmern. Im weiteren Verlauf bestand ihre Hauptaufgabe in der Katechese und Seelsorge für die Menschen in den abgelegenen Gebieten. Etwa dreimal jährlich kamen die Katecheten und die Verantwortlichen für die Abhaltung von Wortgottesdiensten der verstreuten Gemeinden zu Fortbildungen und zur Unterrichtung zusammen. Als einzige Unterlage besitzen die Menschen nur die Bibel, die sie überzeugend auslegen.

Schwester Hildeburg pflegte zusammen mit einer brasilianischen Ordensfrau den Kontakt per Boot mit den Bewohnern der entlegenen Buschdörfer. Nur das Notwendigste konnte auf diesen Fahrten in einem kleinen Boot in einem Rucksack mitgeführt werden. „Da habe ich ganz bewusst erfahren, dass man nur ganz wenig braucht zum Leben.“, sagt sie lachend. Während dieser Besuche in den Familien hatten die Schwestern vom Bischof die Erlaubnis erhalten, auch zu taufen. Von den Familien wurden sie oft zum Essen und zum Übernachten eingeladen. Nicht selten kam es jedoch vor, dass selbst die besuchten Familien nichts Essbares hatten. „Dann habe sie auch mit den Bewohnern, wenn selbst keine Maniokwurzeln vorrätig waren, die vergleichbar sind mit unseren Kartoffeln, gehungert. Ein großes Gottvertrauen hat Schwester Hildeburg bei den Menschen in Brasilien festgestellt. Diese Religiosität hat sie selbst auch zutiefst verinnerlicht und gibt sie durch ihr sympathisches Wesen an ihre Mitmenschen weiter.

Hermann Unland vom Team des KAB-Rentnertreffs bedankte sich unter starkem Applaus bei Schwester Hildeburg für ihren - mit vielen Bildern untermalten - Vortrag. Er stellte die nächsten Aktivitäten der Gruppe vor, am 25. April gibt es eine Führung im Wasserwerk Altenhagen am Ellenberg und am 23. Mai ist eine Fahrradtour zu den Hagener Mariengrotten geplant.

 

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